Game Informer Interview
Geschrieben von tenochtitlan   
Mittwoch, 6. September 2006

Billy Berghammer von Game Informer sprach während der Games Convention mit Cevat Yerli über Crysis. (Original in Englisch ) Wir haben für euch die wichtigsten Informationen aus dem über 8 Seiten langen Interview zusammengefasst und in kursiver Schrift unseren Kommentar hinzugefügt.

 

Zuerst machte Yerli noch einmal die hohen Anforderungen des Teams an Crysis klar. Man wolle den "besten Shooter aller Zeiten" erschaffen. Koste es was es wolle, vom Gameplay bis zur Story, den Effekten, Innovationen, der Technologie, jeder Teil von Crysis soll führend sein. Und auf die Frage, ob das nicht ein bisschen hohe Anforderungen wären, antwortete er nur: "Ich weiß, aber wenn wir sie (die Anforderungen) niedriger setzen würden, würden wir nichts erreichen." Man wolle so gut wie keine Fehler machen und das Genre voranbringen. Und auch der Multiplayer soll gut genug für ein Stand-Alone-Spiel sein. Am Schluss fügt er noch dazu, dass -natürlich- am Ende die Spieler das Spiel beurteilen müssen und dass diese Beurteilung hoffentlich den Träumen der Entwickler entspricht.

Der Mann muss überzeugt von seinem Spiel sein…

 

Er umschreibt kurz die Story: Ein Asteroid stürzt auf eine Insel und Nordkoreaner und Amerikaner schicken Soldaten, um ihren Anspruch auf das Absturzgebiet zu erheben. Der Asteroid ist ein Alien-Schiff und die Aliens beginnen sofort, die Insel in einen "Kühlschrank" zu verwandeln, indem sie alles einfrieren. Nun müssen die Amerikaner und Koreaner zusammenarbeiten, um die Bedrohung zu bekämpfen. Man wird während dem Spiel herausfinden, warum die Aliens da sind, warum sie alles einfrieren und wie die Menschheit gerettet werden kann.

All das lässt auf eine interessante Story hoffen, was ja wirklich mal das Genre voranbringen würde(siehe oben), denn Story ist ja immer noch Mangelware in Shootern. Nur für Frostbeulen wir das Spiel wohl nichts…

 

Yerli erläutert die Bedeutung des  Namens des Hauptcharakters, Jake Dunn. Jake kommt von Jakob (in der Mythologie jemand, der das Böse aus dem Himmel vertrieb) und Dunn ist ein Wortspiel mit dem Wort D-O-N-E (englisch für: erledigt, getan; auch: erschöpft, kaputt). Jake Dunn ist ein Soldat der US-amerikanischen Special Forces, der aus der Armee rausflog und von Colonel Barnes wieder zurückgeholt wurde. Jack versteht diese Aktion nicht ganz, aber Barnes weiß, dass Jack irgendetwas in seiner Natur hat, dass ihm erlaubt, gegen die Aliens zu kämpfen. Jakes Frau starb bei einem - noch geheimen - Ereignis, dass im Zusammenhang mit der Story stehen soll. Warum Barnes von Jakes Eignung überzeugt ist, soll ebenfalls klar werden.

Wieder ist zu hoffen, dass es sich dabei nicht um leere Publicity handelt. Falls die Story wirklich so gut wird, kann man sich sicher auch inhaltlich auf Spannung und Abwechslung einstellen. Auf die Lösung dieser Mysterien wird man wahrscheinlich bis zum Erscheinen des Spiels warten müssen.

 

Auch auf den neuen Nano-Muscle-Anzug geht Yerli ein: Mit ihm kann man zeitweise die eigene Geschwindigkeit, Rüstung, Stärke, usw. verbessern. Man soll sogar die Kugeln modifizieren können. Die Entwickler bemühen sich, das Balancing sowohl im Single- wie auch im Multiplayer trotzdem gut hinzubekommen. Durch diese Kombinations-Möglichkeiten und spielerische Freiheit soll dem Spieler die Gelegenheit gegeben werden, seine Intelligenz zu zeigen. Yerli beschreibt auch einige Momente aus den Testmatches: Er sei z.B. unter ein Boot getaucht, habe seine Geschwindigkeit erhöht und sei wie ein Delphin aus dem Wasser gesprungen, um den Bootsführer zu töten. Ebenso könne man in einem Multiplayermatch einen Pilot "markieren", ihn auf Knopfdruck nach dem Start einschläfern und ihn mitsamt seinen Passagieren abstürzen lassen.

Der Nano-Muscle-Anzug wird sicher ein neues Spielgefühl geben und durch unterschiedliche Erweiterungen auch den Wiederspielwert erhöhen. Nur das Balancing wird dadurch eine Riesenaufgabe, sowohl im Singleplayer als auch im Multiplayer. Der Anzug wird hoffentlich den Unterschied zwischen einem "guten" und einem "hervorragenden" Multiplayer ausmachen, könnte aber auch das ganze Spiel zu einem reinen Karibikurlaub für "Jake allmächtig"  machen.

 

Schließlich beschreibt Yerli auch die Schauplätze von Crysis: 30% Prozent des Spiels finden im Dschungel statt ("interaktiver, zerstörbarer und verbiegbarer Dschungel"). Danach geht es zu  einem Flugzeugträger der Menschen. Als drittes geht es dann in Richtung  Heimstatt der Aliens durch das "gefrorene Paradies". Zum Showdown kommt es dann im Alien-Mutterschiff, wo sich die ganze Story aufklärt.

Zu den einzelnen Bereichen: Im Dschungel wird man sich mithilfe des Nano-Muscle-Anzugs tarnen können, um Gegner so aus dem Hinterhalt anzugreifen. Dieses Feature wird aber hinsichtlich des Balancings noch überarbeitet. Bei dem Flugzeugträger kommt es zu einer großen Schlacht, in der es etwa eine Stunde darum geht, den Flugzeugträger zu verteidigen und zu überleben. Dies soll mit "epischen" Bildern dargestellt werden. In der Eiswelt kann man nur mithilfe des Nano-Muscle-Anzugs überleben, sich das Eis aber auch als Waffe zunutze machen. Man soll z.B. Gegner und Fahrzeuge einfrieren können. Im Mutterschiff der Aliens herrscht Schwerelosigkeit. Und deshalb können die Gegner jetzt aus allen Ecken, von oben, unten, rechts oder links kommen. Man muss aufpassen wie man sich bewegt und wohin, oder um Yerli zu zitieren, "Man muss sich an die Situation anpassen, um zu überleben".

Endlich gibt es detaillierte Informationen zu den Landschaften! Vor allem die Fähigkeit Gegner einzufrieren und die Schwerelosigkeit im Alien-Mutterschiff versprechen hochinteressant zu werden. Denn das Überkopfschießen sieht schon in Prey verdammt cool aus.

 

Alles in allem steht uns da ein sehr guter Shooter mit Innovationen für Single- wie Multiplayer ins Haus. Bleibt nur zu hoffen, dass die Jungs von Crytek  das Balancing, vor allem des Nano-Muscle-Anzugs, ordentlich hinkriegen.

 
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